allfacebook.de Instant Articles auf dem Smartphone anzeigen

Facebook Instant Articles: Ein WordPress Plugin seiner Zeit voraus

WordPress-Plugin für Facebook Instant Articles

Rückblickend wirken Facebook Instant Articles wie ein typisches Produkt ihrer Zeit: technisch ambitioniert, von großen Erwartungen begleitet und am Ende deutlich kurzlebiger als gedacht. Facebook stellte das Format im Mai 2015 zunächst gemeinsam mit ausgewählten Medienunternehmen vor und öffnete es im April 2016 für alle Publisher. Instant Articles waren speziell aufbereitete Artikel, die auf den Servern von Facebook gespeichert und direkt in der App ausgespielt wurden, statt zunächst die eigentliche Website im Browser zu laden.

Für Publisher klang das damals ziemlich attraktiv. Mehr Geschwindigkeit, weniger Reibung und ein besseres Nutzungserlebnis auf dem Smartphone. Gleichzeitig begann eine Phase, in der Plattformen wie Facebook immer stärker bestimmen wollten, wie und wo redaktionelle Inhalte konsumiert werden.

Das Problem: Eine wirklich brauchbare WordPress Lösung gab es anfangs nicht. Also haben wir als Werbeagentur in München selbst eine gebaut.

Gemeinsam mit Jens Wiese vom damaligen allfacebook.de, heute allsocial.de, entwickelten wir 2016 ein eigenes Plugin für Facebook Instant Articles. Jens war und ist ein guter Freund, mit dem wir schon vorher mehrere kleinere Projekte umgesetzt hatten. Die Zusammenarbeit entstand deshalb nicht am Reißbrett, sondern aus einem gemeinsamen Interesse an digitalen Plattformen und funktionierenden Lösungen.

Unser Plugin war früh verfügbar, funktionierte zuverlässig und wurde schnell zu einer relevanten Alternative für Publisher, Marken und Redaktionen.

Wie unser Plugin für Facebook Instant Articles entstand

Als Facebook das Format 2016 für alle Publisher öffnete, war das Interesse groß. Viele Redaktionen und Unternehmen wollten ihre Inhalte möglichst schnell für Instant Articles bereitstellen. Gleichzeitig fehlte eine einfache und belastbare Lösung für WordPress. Genau hier setzte unser Plugin an.

Die Zusammenarbeit mit Jens lag nahe. Allfacebook.de gehörte damals zu den bekanntesten deutschsprachigen Fachportalen rund um Facebook Marketing und Plattformtrends. Wir brachten unsere technische WordPress Erfahrung ein, Jens die fachliche Nähe zur Plattform und zur Publisher Szene. Aus dieser Kombination entstand das Plugin „Allfacebook Instant Articles“.

Technisch erzeugte das Plugin einen speziell aufbereiteten RSS Feed. Facebook konnte die Artikel daraus übernehmen, prüfen und direkt in den eigenen Apps ausspielen. Publisher mussten ihre Inhalte dadurch nicht doppelt pflegen. Bestehende WordPress Beiträge ließen sich automatisiert für Instant Articles bereitstellen.

Besonders wichtig war uns, dass die Lösung schlank und nachvollziehbar blieb. Das Plugin sollte kein überladenes System werden, sondern eine konkrete Aufgabe sauber lösen. Genau das unterschied es von vielen späteren Lösungen. Es war früh verfügbar, offen entwickelt und in der Praxis bereits nutzbar, bevor das offizielle Plugin eine vergleichbare Rolle einnahm.

Dass dieser Ansatz funktionierte, zeigte sich schnell. Das Plugin wurde nicht nur getestet, sondern produktiv eingesetzt. Unter anderem bei Phantasialand, Meedia.de, Tirol Werbung, Onlinemarketing.de, Nerdcore und POWERVOICE.

Mehr als 3.000 Installationen und starke Resonanz

2017 erreichte das Plugin seinen Höhepunkt mit mehr als 3.000 aktiven Installationen. Für eine spezialisierte Lösung rund um ein einzelnes Publishing Format war das eine starke Verbreitung.

Auch die Bewertungen auf WordPress.org zeigten, dass das Plugin in der Praxis überzeugte. Mehr als 30 Nutzer vergaben im Durchschnitt über 4,5 von 5 Sternen. Besonders häufig wurden drei Punkte hervorgehoben:

  • die unkomplizierte Einrichtung
  • die zuverlässige Funktionsweise
  • der schnelle und hilfreiche Support

Ein Nutzer bezeichnete das Plugin als „the best for Instant Articles“. Andere beschrieben es als schlank, leichtgewichtig oder als eine der wenigen Lösungen, die damals tatsächlich funktionierten.

Für uns waren diese Rückmeldungen mehr als eine schöne Zahl im Plugin Verzeichnis. Sie zeigten, dass eine fokussierte Open Source Lösung auch ohne großes Produktteam eine relevante Nutzerbasis aufbauen konnte. Entscheidend war nicht die Menge an Funktionen, sondern dass das Plugin eine konkrete Aufgabe verständlich und verlässlich erfüllte.

Warum wir das Plugin eingestellt haben

2017 erreichte unser Plugin mit mehr als 3.000 aktiven Installationen seinen Höhepunkt. In den folgenden Jahren veränderte sich der Markt. AMP gewann an Bedeutung, während Facebook Instant Articles immer stärker an Relevanz verloren.

Das konkrete Ende unseres Plugins kam jedoch am 25. September 2019. An diesem Tag schloss das Team des WordPress.org Plugin Repository den Eintrag wegen Bedenken rund um den Namen „Allfacebook“. Für eine erneute Freigabe hätten wir das Plugin umbenennen, anpassen und den Prozess mit dem Repository Team klären müssen.

Wir entschieden uns dagegen.

Zu diesem Zeitpunkt war bereits absehbar, dass Facebook Instant Articles langfristig keine zentrale Rolle im digitalen Publishing spielen würden. Statt weitere Energie in Diskussionen, ein Rebranding und die erneute Veröffentlichung zu investieren, haben wir die Entscheidung akzeptiert und sind weitergezogen. Nicht jedes Projekt muss bis zum letzten möglichen Update am Leben gehalten werden.

Im Oktober 2022 kündigte Meta schließlich an, Facebook Instant Articles vollständig einzustellen. Im April 2023 endete der Support nach fast acht Jahren. Damit bestätigte sich eine Entwicklung, die sich für uns schon 2019 deutlich abgezeichnet hatte.

Rückblickend steckt darin eine gewisse Ironie. AMP hatte Instant Articles zunächst als relevanterer Standard für mobile Inhalte verdrängt, erfüllte die großen Erwartungen langfristig aber ebenfalls nicht. Beide Formate stammen aus einer Phase, in der große Plattformen das mobile Publishing mit eigenen technischen Lösungen neu ordnen wollten.

Für uns bleibt das Projekt trotzdem ein Erfolg. Wir haben 2016 auf einen konkreten Bedarf reagiert, 2017 mehr als 3.000 aktive Installationen erreicht und eine Lösung geschaffen, die bei Publishern, Unternehmen und Redaktionen im Alltag funktioniert hat. Am Ende haben wir ebenso bewusst aufgehört, wie wir begonnen hatten.


Hendrik Luehrsen
Hendrik ist der Geschäftsführer der Agentur und leidenschaftlicher Gamer. Die meiste Zeit verbringt er jedoch als Bediensteter von Bürohund Emma.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert